Vita

Studium der Neueren deutschen Literatur und Philosophie an der Universität Bonn, Oxford University, Columbia University New York. Promotion 2008 an der Technischen Universität Berlin.

Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, DAAD; assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Klassizismus und Romantik« an der Justus-Liebig-Universität Gießen; DFG-Promotionsstipendiat am Graduiertenkolleg »Körperinszenierungen« an der Freien Universität Berlin; Fellow am ICI Berlin. Institute for Cultural Inquiry, wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt »Seelenwanderung und literarische Kommunikation« am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin; Fellow am Mahindra Humanities Center der Harvard University; Juniorprofessor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft seit SS 2011.

différance tonique. Spannung/ Tonus als
paradoxale Konvergenz bei Walter Benjamin

ICI Project 2007-08

Das Projekt behandelt »Spannung« (tonus, tonos) als einen zentralen und in seiner Bedeutung bislang unterschätzten Begriff in den Schriften Walter Benjamins. Ausgangsbeobachtung ist, dass es sich keineswegs um eine bloße Metapher, sondern um einen naturwissenschaftlichen, philosophischen und theologischen Begriff handelt. ›Spannung‹ tritt bei Benjamin in dreifacher Gestalt auf: als naturwissenschaftliches und philosophisches Denkmotiv und Figur des Wissens, das theologisch durchgearbeitet und umgedeutet wird, als integrative Diskursfigur, die die paradoxale Konvergenz von epistemischen, historischen, kulturellen und religiösen Wissensfeldern in einer von »Spannungen gesättigte[n] Konstellation« überhaupt erst denkmöglich macht sowie in der Performanz des Schreibprozesses selbst, der von dem Thema selbst affiziert wird.

Das Besondere an der Spannung als Denkfigur ist ihr Emergenzeffekt, der auf der paradoxalen Konvergenz beruht: In der Spannung zeigt sich etwas, das neben und mit etwas anderem erscheint (par-ousia).

Der Projekttitel beruft sich auf Jacques Derrida. Tonos sei, so Derrida, ein gespanntes Band, eine Schnur oder ein gewebtes oder geflochtenes Seil. In der »différance tonique« (tonische Differenz) sind Schreiben und Denken in einer steten Bewegung befangen, innerhalb derer die Spannung nicht nur thematisiert, sondern auch inszeniert und produktiv umgesetzt wird.