Wien: Turia + Kant, 2018



Der »Westen« rückt immer deutlicher aus dem Zentrum einer Welt, die er über Jahrhunderte maßgeblich geprägt hat. Die »westliche Welt«, besonders Europa, treibt damit ironischerweise an die Peripherie einer »verwestlichten Welt«. Im Zuge dessen erleben wir eine Problematisierung säkularer Grundannahmen. Sie geht mit einer »Wiederkehr der Religion« einher, wodurch auch in der Philosophie des 20. Jahrhundert rückwirkend das verborgene Fortwirken religiöser Orientierungen sichtbarer wird. Diese »Religion der Philosophie« ist Gegenstand der Texte des vorliegenden Buches.

Luca Di Blasi ist Professor für Philosophie an der theologischen Fakultät der Universität Bern und assoziiertes Mitglied im ICI Berlin. Er leitet zur Zeit das Projekt Unvernehmen zwischen den Religionen. Nach dem Studium in Wien war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Postdoktorand im Projekt Mystik und Moderne und Assistent des Direktors im ICI Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen kontinentale Philosophie der Gegenwart, politische Theologie und Kulturtheorie.

Band 14 der Reihe Cultural Inquiry bei Turia + Kant

336 S., € 38,-

ISBN 978-3-85132-905-6

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

  1. Überblick über die Religion der Philosophie in der Gegenwart
I. Dezentrierungen des Paulus
  1. Spaltende Bilder. Das Kippbild als hermeneutisches Modell für das Verständnis von Dezentrierungen
  2. Eins geteilt durch ein Anderes. Spaltung und Konversion in Pasolinis San Paolo
  3. Doppelte Nicht-Identität. Zur Gegenwartsrelevanz des Paulus
  4. Beschneidungen: Paulus und Derridas doppelte Nicht-Identität
II. Die Dezentrierung des (christlichen) Abendlandes. Intersektionen von Religion, Politik und Medialität
  1. Heideggers Metapolitik
  2. Was heißt Rechnen?
  3. Denkende Rechner. Cybergnosis und Cybermystik
  4. Derridas Grammatopolitik
  5. Das Schweigen der Schrift. Diesseits von Phono- und Grammatozentrismus
III. Dezentrierungen des Säkularen
  1. Mimesis und Imitatio Christi. Authentisches und mimetisches Begehren
  2. Weniger als Nihilismus: Vom postsäkularen Begehren zum postchristlichen Trieb
  3. Rückkehr ins Unbekannte. Anmerkungen zu »Jerusalem« und »Athen«
  4. Von der »Wiederkehr der Religion« zur Dezentrierung des Säkularen

Quellennachweise
Bibliographie
Personenregister