ed. by Astrid Deuber-Mankowsky and Reinhold Görling

Vienna: Turia + Kant, 2017



Gibt es eine spezifische Medialität des Spiels, die es sinnvoll macht, das Verhältnis jeden Ereignisses zu seiner Umgebung als Spiel zu beschreiben? In welcher Weise können Technik, Spiel und Ästhetik neu gedacht werden? Immer dann, wenn Technik mit mechanischen Bewegungen verbunden wird, sehen wir sie im Gegensatz zum Spiel. Wenn Technik jedoch mit Ästhetik assoziiert wird, taucht das Spiel als Teil der Technik auf. Spiel bringt Dinge in Relation und verändert sie dadurch. Wenn Materie als rhythmische Bewegung gedacht wird und Spiel auf Wiederholung basiert, rückt der Spielbegriff ins Zentrum einer medienwissenschaftlichen Auslegung der relationalen Beschaffenheit von Zeit und Raum.

Vor dem Hintergrund der Aktualität, welche die Spieletheorien von Huizinga und Caillois in den Game Studies erlangten, unternimmt der vorliegende Band eine medienphilosophische Befragung des Spielbegriffs. Er behandelt dabei das Spiel unter Bezugnahme auf Fragen der Neuen Materialismen und wirft zugleich einen neuen Blick auf das Spiel in der Psychoanalyse.

Astrid Deuber-Mankowsky ist Professorin am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

Reinhold Görling ist Professor am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf.

Band 10 der Reihe ‘Cultural Inquiry‘ bei Turia + Kant.

254 S., 29 EUR, ISBN 978-3-85132-853-0

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Inhaltsverzeichnis

Astrid Deuber-Mankowsky, Reinhold Görling: Einleitung. Zur Medialität des Spiels

Reinhold Görling: Spiel:Zeit

Stephan Trinkaus: »As communication arises out of silence« (Winnicott). Das Prekäre des Spiels

Monique David-Ménard: Was haben wir außer dem Spiel, um aus dem Trauma aufzutauchen?

Katja Rothe: Ökologien der Seele. Das Spiel als eine Praxis der Selbstbildung bei Winnicott und Guattari

Jasmin Degeling: Über die Rhetorik des Spiels bei Michel Foucault

Felix Raczkowski: Spielgrenzen und ihre Denkweisen

Andreas Beinsteiner: Ontoludologie. Zum medial-agonalen Charakter von Phänomenalität nach Heidegger

Serjoscha Wiemer: Niemandes Spiel? Zur Aufteilung des Spielbegriffs oder: Die Schwierigkeit, die spielende Maschine zu denken

Julia Bee: »Die Welt spielt«. Spiel, Animation und Wahrnehmung

Lisa Handel: Irdisches Spiel – »Queer messmates in mortal play«

Astrid Deuber-Mankowsky: Variationen des Spiels. Seeing Red von Su Friedrich mit Deleuze, Guattari und Benjamin