
Wandlungen der historischen Dialektik von Tabu und Tabubruch in der performativen Kultur der Gegenwart
Die westlichen Gesellschaften geben sich heute in weiten Bereichen betont tabufrei. Doch die gleichen Gesellschaften sind durchzogen von impliziten Verhaltensmaßgaben, die unser Fühlen, Denken und Handeln reglementieren und vorgeben, was tolerierbar ist und was als schamlos, bedrohlich und „sittenwidrig“ zu gelten hat. Was heute noch tabuartig wirksam ist, liegt selten offen zutage; es verbirgt sich in den kultur- und mentalitätengeschichtlichen Latenzzonen einer Gesellschaft, kann jedoch unter dem Einfluss soziokultureller und ästhetischer Ereignisse sichtbar werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen sind eingeladen, den Erkenntniswert des Tabubegriffs für die Analyse gegenwärtiger kultureller Prozesse zu reflektieren und zu diskutieren.
Teilnehmende: Mario Bührmann, Lutz Ellrich, Marc Fabian Erdl, Michael Franz, Kien Nghi Ha, Kristiane Hasselmann, Eleonore Kalisch, Karl-Heinz Kohl, Kornelia Kończal, Volker Woltersdorff
Ort: ICI Berlin
Zeit: 15. und 16. Oktober 2010
Ein interdisziplinäres Symposium des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem ICI Berlin. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.