Event


Discussion

Was ist eine originelle Idee?

Jan 24,19:00, 2013

Kaum ein Thema der Wissenschaft hat die deutsche Öffentlichkeit in den letzten Jahren so stark beschäftigt wie die Plagiatsaffären von Politikern. Das Übernehmen ganzer Textstellen ist jedoch nur die plumpeste Form von Ideenlosigkeit. Es stellt sich die viel grundlegendere Frage, was überhaupt eine originelle Idee ist - nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Literatur, dem Journalismus und der Kunst.
Woran erkennt man ein Meisterwerk? Schreiben Journalisten tatsächlich immer wieder gegenseitig ab? Werden in Romanen alte Themen neu erzählt? Unter welchen strukturellen Bedingungen entsteht Originalität – in Einsamkeit oder im Team? Warum streben wir einerseits nach 'dem Neuen', tun uns aber gleichzeitig schwer damit, es anzuerkennen? Die Diskussion diskutierte diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und im Kontext der Plagiats- und Fantastikforschung mit Wissenschaftlern und Journalisten. Dabei wurden Anforderungen an die Wissenschaft und Erwartungen der Gesellschaft erörtert.

Peter Seyferth lehrt Politische Theorie an der LMU München, wo er 2006 seine Promotion über anarchistische Utopien abschloss. Schon als junger Punk hatte er fremdes geistiges Eigentum kreativ und eigenwillig neu kombiniert. Jetzt forscht er zu politischer Anthropologie und ist dabei auf die Einsichten vieler Philosophen und Wissenschaftler angewiesen.

Debora Weber-Wulff
ist Professorin für Medien und Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Sie studierte an der University of California at San Diego und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seit 2002 arbeitet sie über Plagiate und eLearning. Sie ist aktiv in den GuttenPlag und VroniPlag Wikis sowie dem ‘WiseWoman’ Wikipedia.

Thomas Rommel
ist Rektor von ECLA of Bard, Liberal Arts University in Berlin. Zuvor war er Professor für englische und vergleichende Literaturwissenschaft an der Jacobs University Bremen.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die englische Romantik und die Literatur und Philosophie des 18. Jahrhunderts. Weitere Schwerpunkte sind Literaturtheorie, Neue Medien, und die Frage nach Authentizität und Fiktionalität.

Moderation:
Marc Helbling und Evelyn Runge

Musikalische Beiträge:

Henja Semmler, Violine
Sonja Starke, Violine

Konzeption:

Marc Helbling leitet eine Emmy-Noether Nachwuchsgruppe zu Immigrationspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Er ist Mitglied der Jungen Akademie.
Evelyn Runge ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien in der Fakultät Kulturwissenschaft und Ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie.

Flyer (1.6 MB download)

Eine Veranstaltung der Jungen Akademie in Kooperation mit dem ICI Berlin

Zeit:
Donnerstag, 24. Januar 2013, 19.00 Uhr
Ort:
ICI Berlin