ICI Berlin - Kulturlabor Berlin


Spannungsübung 1

Die Vernunft an die Macht: Groys - Hösle

23. Mai 2007 an der HfG Karlsruhe, in Kooperation mit der HfG 

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Luca Di Blasi, Boris Groys, Vittorio Hösle, Marc Jongen

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Einführung

Ankündigung aus dem Archiv

 

 

Ankündigung aus dem Archiv

Mai 23, 07. Spannungsübung 1: Die Vernunft an die Macht. Groys und Hösle im Gespräch

Als Hegel vor zweihundert Jahren seine Epoche machende „Phänomenologie des Geistes“ schrieb, stand der Geist auf dem Höhepunkt seines Ansehens. Anstelle dogmatischer religiöser Lehren schien das Zeitalter vernünftiger philosophischer Systeme angebrochen zu sein, die die Freiheit des Einzelnen wahren und die Einheit der Gesellschaft – über Konfessionsgrenzen hinweg – gewährleisten sollten. Die Entwicklungen der Moderne, nicht zuletzt jene, die im Namen des Hegelschülers Karl Marx vollzogen wurden, haben dieses Vertrauen in Geist und Vernunft erschüttert Anstelle einer vernünftigen Planung von Wirtschaft und Gesellschaft hat das „freie Spiel der Kräfte“ triumphiert, anstelle philosophisch begründeter Ideologien treten heute erneut Religionen in den Vordergrund.

Das vom „Bundesministerium für Bildung und Forschung“ für 2007 ausgerufene „Jahr der Geisteswissenschaften“ bietet den geeigneten Anlass, in grundsätzlicher Weise nach der Stellung von Geist und Vernunft in der Gegenwart zu fragen. Mit Prof. Dr. Vittorio Hösle (University of Notre Dame, USA) und Prof. Dr. Boris Groys (HfG Karlsruhe) treffen – erstmalig – zwei der profiliertesten Gegenwartsphilosophen aufeinander. Beide berufen sich in je unterschiedlicher Weise auf die idealistisch-hegelianische Tradition und betonen die Bedeutung der Vernunft für Philosophie und Politik.

Gleichwohl stehen beide Denker zugleich für unterschiedliche und sogar entgegen gesetzte philosophische Entwürfe: Während der Katholik Hösle dem Neoliberalismus und Neokonservativismus nahe steht und als brillantester Vertreter einer starken Vernunft gelten kann, erhebt Groys in poststrukturalistischer Manier das Paradox zum Angelpunkt des Denkens und lässt in seiner letzten, provokativen Publikation “Das kommunistische Postskriptum” deutliche Sympathien für den Kommunismus erkennen.

Unter der Moderation von Dr. Luca Di Blasi (ICI Kulturlabor Berlin) und Marc Jongen (HfG) wird sich der thematische Bogen des Gesprächs von der Philosophenherrschaft und der Macht der Vernunft über das Experiment des Kommunismus und die Legitimität des Kapitalismus bis hin zur Wiederkehr der Religionen und zur Vernünftigkeit des Glaubens spannen. Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt der HfG Karlsruhe und des ICI Kulturlabor Berlin, das damit seine Gesprächsreihe „Spannungsübungen“ eröffnet.

Ort: Lichthof der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

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